Leopardgecko zucht


Gedanke vor der Zucht

Achtung: Suchtgefahr :)

Ich muss ehrlich sein ich bin dem Leopardgecko verfallen und habe ihn so ins Herz geschlossen das ich auch angefangen habe zu züchten.

Doch wer eine Leopardgeckozucht betreiben möchte sollte sich vorher sehr intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen. Reichlich Informationen sammel! Die findet man in Fachliteratur, Internet und natürlich bei erfahrenen Züchtern. Um den überblick seiner Schlüplinge nicht zu verlieren sollte außerdem ein Zuchtprotokoll geführt werden. Züchten um Gewinn zu schöpfen? Im kleinen Rahmen ist das fast nicht möglich nur in großen und sehr aufwendigen Rahmen > Hauptberuflich. Züchtet man in kleinen Rahmen kann man froh sein, dass man die Kosten, die bei der Zucht anfallen wieder herein bekommt. Also sollte man sich gut überlegen:

 

Bin ich bereit damit zu leben das ich mehr ausgebe als einzunehmen?
Was mache ich wenn ich meine Schlüpflinge nicht weiter bekomme?
Habe ich genug Platz? ( AufzuchtbeckenRacks)
Komme ich damit klar Eier weck zu werfen wenn es zuviel wird?

 

Ich züchte selbst in kleinen Rahmen als Hobby weil es mir sehr viel Freude bereitet die Kleinen heranwachsen zu sehen.

 Leopardgeckos sollte man erst mit einen alter von ca. 2 Jahren und einen Gewicht von ca. 45g verpaaren. Bei zu jungen Weibchen kann es zu einer Legenot kommen und dadurch zum Tot führen.

 Um züchten zu können benötigt man mindestens 1.2 und also 1 Männchen und 2 Weibchen besser ist 1.3 oder mehr. Nie sollte man nur ein Weibchen und ein Männchen zusammen halte denn das Weibchen ist schnell überfordert mit dem ständigen Paarungswilligen Männchen. Hat man nicht vor zu Züchten ist es besser man hält nur 2 Weibchen zusammen.

Auch die ständige Eiablege ist für die Weibchen sehr anstrengend und mit Stress verbunden. Deshalb ist die Winterruhe wichtig damit sich die Leo-Mädels auch mal von dem ganzen Stress erholen können, denn in der Zeit der Winterruhe legen die Weibchen keine Eier mehr. Bis dann etwa 1 Monat nach der Beendigung der Winterruhe die Paarungszeit wieder beginnt. Zur Eiablage kommt es eigentlich von ganz allein, mit der Voraussetzung das die Geckos gesund sind.

 

 

Paarung

Bei geschlechtsreifen Leopardgeckos, die man in Zuchtgruppen hält, beginnt rund einen Monat nach der Winterruhe ohne weiteres Hinzutun des Pflegers die Paarungszeit. Wenn man die Leopardgeckos nach Geschlechtern getrennt hält, setzt man sie ebenfalls zu dieser Zeit zusammen. In diesem Fall setzt man die Weibchen in das Terrarium des Männchens und dann werden rasch die "Eindringlinge" in seinem Territorium begutachtet und gegebenenfalls begattet.

 

Männchen un Weibchen scheiden Pheromone aus, anhanden dieser Duftstoffe können Leopardgeckos das Geschlecht der Artgenossen unterscheiden. Wenn ein paarungsbereites Männchen ein Weibchen enteckt, gerät seine Schwanzspitze in heftige Vibrationen. Dabei kann man ein rasches Trommeln vernehmen. Dieses verhalten wird von dem Weibchen oft mit einer Schlängelbewegung des Schwanzes beantwortet. Das Männchen nähert sich nun an und beginnt, am Schwanz des Weibchens beginnend, es zu belecken und mit mehr oder weniger bedächtigen bissen arbeite sich das Männchen entlang der Körperseite bis zum Nacken. Dort hält er sich mit dem Nackenbiss fest. Er greift nun mit einem seiner Hinterbeine um den Schwanz des Weibchens. Das Weibchen hebt daraufhin ihren Schwanz leicht, danach bringt das Männchen seine Kloake zu der des Weibchens und vollzieht die Paarung dauert nur wenige Minuten. Danach trennen sich die Tiere wieder und reinigen ihre Kloake und den Hemipenis mit der Zunge.

 

Die Paarung kann recht schroff vonstatten gehen und dabei Verletzungen der Haut mit sich bringen. Nicht paarungswillige vor allem "heiß gezeitigte" Weibchen versuchen zu fliehen oder wehren sich mit Bissen gegen die Annäherungsversuche des Männchens.

 

Wichtig!

Die andauernde Paarungsbereitschaft des Männchens kann die Weibchen mit der Zeit sehr belasten. Deshalb sollte man bei der Haltung von Zuchtgruppen immer mehrere Weibchen mit einem Männchen halten. Wenn man bemerkt, dass einzelne Weibchen dauerhaft unter diesem Verhalten leiden, ist es sinnvoll das Männchen in einem eigenen Terrarium zu halten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Leos bei der Paarung.

 

 

 

 

 

 

Meine Leopardgeckos nach der Paarung bei der Reinigung.

Trächtigkeit/Eiablage

Ein Weibchen kann bis zu 10 mal im Jahr jeweils 2 Eier legen. Ein Gelege kann aus einen aber meist aus zwei Eiern bestehen. Von der Paarung bis zur Eiablage vergehen in der Regel 3-4 Wochen. Nach der Paarung gewinnt das Weibchen deutlich an Körperumfang und man kann nach einiger Zeit die Eier im Bauch erkennen. Einige Tage vor der Eiablage wird das Weibchen sein Verhalten ändern. Es wird sich dem Männchen gegenüber aggressiver verhalten und sich auch am Tage mal blicken lassen. Kurz vor der Eiablage haben die meisten Leopardgecko Weibchen die Nahrungsaufnahme eingestellt. Außerdem wird sie mit den Probegrabungen beginnen und im Terrarium alles umgraben um einen geeigneten Ablageplatz zu finden. Deshalb ist wichtig genügend Eiablageplätze zur Verfügung zu stellen. Wenn man den Weibchen Wetboxen zu Verfügung stellt, ist es sehr selten das sie im eigentlichen Bodensubstrat ihre Eier legen. Das Weibchen gräbt darin ein Loch und legt nacheinander 2 Eier ab.

Nach der Ablage werden die Eier im Substrat gerollt um die Schale zu härten und die Eier mit einer tarnenden Schutzschicht zu überziehen. Am Ende wird das Loch zugebuddelt und das Weibchen bewacht das Gelege noch einige Stunden bevor sie sich abwendet.

Check-up Eiablagebox

  • Behälter aus Plastik oder Ton
  • 10 cm leicht feuchtes Substrat z.B. Sand - Lehmgemisch oder Kokushumus einfüllen
  • Behälter nicht randvoll füllen, sondern 2-3 cm Abstand zum Deckel lassen
  • Deckelöffnung ca. 5 cm
  • Temperatur ca. 25-30°C

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eines meiner trächtigen Weibchen kurz vor der Eiablage, deutlich erkennbar am dicken Bauch.

 

 

 

 

 

 

 

 

Umgewühlte Wetbox mit dem allerersten Gelege, damals nur ein Ei. 

Inkubation

Ist die Eiablage vollbracht, werden die Eier vorsichtig freigelegt. Man kennzeichnet die Eier mit einem weichen Bleistift an der Oberseite und legt die Eier in ein mit Vermiculite gefülltes Döschen. Während der ersten Stunde nach der Ablage wandert das sogenannte Blastoderm nach oben und wächst dort fest, deshalb sollen die Eier nicht mehr gedreht werden, da sonst der Embryo absterben kann. Die Eier sollte man so zeitnah wie möglich in ein geeignetes Brutgerät (Inkubator) überführen. Das Ausbrühten im Terrarium ist nicht möglich, weil dort keine konstante wärme und Luftfeuchtigkeit gegeben ist. Ob die Eier befruchtet sind erkennt man am Vorhandensein einer rosafarbenen Keimscheibe welche durch Anstrahlen mit einer Taschenlampe gut zu sehen ist. Wird Solch eine nicht gleich erkannt legt man das Ei trotzdem in den Inkubator und nach einiger Zeit wird dann die Keimscheibe sichtbar. Ist ein Ei unbefruchtet, so fällt diese schon nach kurzer Zeit ein. Es kann auch vorkommen dass ein Ei zu schimmeln beginnt. Wenn das der Fall ist sollte man in das Brutsubstrat Kohle geben damit es nicht zu feucht ist und die Eier nicht zu schimmeln beginnen.

 

 

 

 

 

 

Geeignetes Brutsubstrat wird mit etwas Kohle vermischt.

 

 

 

 

 

 

 

Kohle für das Brutsubstrat, damit die Eier nicht so leicht schimmeln

 

 

 

Mein Brutgerät- Lucky reptile egg-o-bator

 

Kann man im Fachhandel kaufen oder im Internet.

Habe meinen gebraucht gekauft um einiges billiger und er erfüllt seinen Zweck. Es gib viele verschiedenen Brutgeräte aber man kann sich auch selbst einen Bauen. 

Check-up Vermehrung

  1. Paarung: ca. 1Monat nach Beendigung der Winterruhe Weibchen zu Männchen setzten
  2. Eiablage: am besten ständig geeignete Eiablagebehälter im Terrarium belassen
  3. alle 14-82 Tage legen die Weibchen 2 Eier
  4. Inkubationsbedingunge:  ca. 26°C-32°C in mäßig feuchtem Substrat - Belüftungslöcher nicht vergessen
  5. Dauer bis zum Schlupf: ca. 35-85 Tagen Inkubationszeit

Aufzucht

Die jungen Schlüpflinge müssen von den älteren Tieren prinzipiell getrennt in eigene Aufzuchtbehälter gepflegt werden. Deshalb werden die jungen Geckos, wenn der Nabel zugewachsen ist , aus dem Inkubator in das Aufzuchtterrarium überführt. Man kann natürlich zwischen unterschiedlichen Behältern wählen. Bewährt haben sich Plastikboxen verschiedener Hersteller. Die Mindestgröße sollte bei 40x20x03 cm liegen. Sie sind leicht zu Säubern und zu desinfizieren. Als Bodengrund sollte man in den ersten Monaten Küchenpapier verwenden, um zu vermeiden, dass große Mengen an Bodensubstrat aufgenommen werden. Es bewährt sich, die Aufzuchtboxen ein Drittel mit einer Heizmatte oder Heizkabel zu beheizen. Als alternative kann man auch einen Spotstrahler als Beleuchtung und Beheizung verwenden. Auch im Aufzuchtterrarium sollten feuchte Hohlen nicht fehlen.

Check- up Aufzucht
  • Jungtiere von den Erwachsenen Geckos getrennt aufziehen
  • Gruppenhaltung ist möglich
  • Temperatur, Beleuchtung, Feuchtigkeit: wie bei den erwachsenen Tieren
  • Täglich füttern
  • Bodengrund: in den ersten Wochen auf Küchenpapier
  • feuchte Höhlen
  • trockene Unterschlüpfe
  • Wasserschale
  • Schale mit kleinen Kalziumbröckchen
  • Schale mit frischen Mehlwürmern